Häufig gestellte Fragen
Woher weiß ich, welche Usability-Methode am besten geeignet ist?
Unternehmen, die eine Usability-Untersuchung beauftragen möchten, stehen vor der Herausforderung, die für sie passenden Methoden zu wählen. EVIDOC bietet deshalb zur Orientierung einen Beratungs-Workshop an, um den richtigen Leistungsumfang der Usability-Studie festzulegen. Der beratende Workshop kann einen oder mehrere Tage umfassen. Teilnehmer sind idealerweise die maßgeblich an der Entwicklung des Untersuchungsgegenstands Beteiligten. Zum Beispiel Projekt- und Produktmanager, Marketing- und Entwicklungsleiter sowie Spezialisten aus Dokumentation und Usability.
Welcher Zeitpunkt eignet sich für Usability-Tests?
Zunächst einmal: die Webseite oder der Shop muss noch nicht fertig programmiert sein, um sie von Benutzern schon während des Entwicklungsprozesses testen zu lassen. Einzelne Komponenten der Oberfläche, wie z. B. die Platzierung von Buttons oder die Gestaltung von Links, können mit Eye-Tracking auch mittels Powerpoint-Folien untersucht werden. Den Aufbau komplexerer Softwaremasken kann man mit Papier-Prototypen testen.
Nach dem Relaunch eines Mediums sollte in Abständen von einigen Wochen nachgetestet werden. Dabei kann man variieren: einmal im Monat kann die komplette Webseite getestet werden und zu anderen Zeitpunkten nur spezielle Merkmale. Diese zyklischen Tests sind notwendig, da sich das Benutzerverhalten stets ändert und sich neue Gewohnheiten entwickeln.
Ist gutes Design nicht auch gleichzeitig gute Usability?
Designer sind keine Benutzer! Unter Usability versteht man jedoch die intuitive Bedienbarkeit eines Produktes aus Sicht der Benutzer. Designer entwerfen Benutzeroberflächen nach ästhetischen und gestalterischen Aspekten. Corporate Design macht zudem Vorgaben zur Gestaltung. Kreatives Design geht gerne neue Wege. Für die Benutzer ist einerseits die Gewohnheit, andererseits die nachvollziehbare innere Logik für die mühelose Bedienung einer Anwendung wichtig. Beispielsweise haben Benutzer eine Erwartungshaltung, wo wichtige Elemente auf einer Webseite platziert sind (Warenkorb rechts oben).
Welcher Zeitaufwand ist notwendig für eine Usability-Maßnahme?
Der Aufwand ist abhängig von der Maßnahme. Expertenbewertungen lassen sich in kürzerer Zeit durchführen als benutzerorientierte Tests. Eine Eyetracking-Studie setzt sich aus mehrere Teilen zusammen: Planung (ca. 2 Tage), Durchführung mit 12 Personen (3 Tage) und Auswertung (2-3 Wochen). Zur Rekrutierung benötigt man zusätzlich Zeit. Diese variiert stark je nach Spezialisierung der Testpersonen.
Wie viele Testpersonen benötigt man für Eye-Tracking?
Mit 12 bis 15 typischen Benutzern kann bereits eine aussagekräftige Eye-Tracking- Studie durchgeführt werden. Bei Vergleichstests zwischen verschiedenen Nutzergruppen (z.B. Altersgruppen) benötigt man jeweils gleich große Gruppen.
Beeinträchtigt die Laborsituation bei Eye-Tracking nicht die Ergebnisse?
Heute gibt es berührungslose Eyetracker, die die Testperson vergessen lassen, dass ihre Blickbewegungen aufgezeichnet werden. Um die Nervosität zu nehmen, können vor Beginn der Studie einfache Warming-up-Aufgaben gestellt werden. Zudem kann man die Testperson bei der Bearbeitung der Aufgaben alleine im Aufzeichnungsraum lassen und von dem Beobachtungsraum aus kontrollieren. Der große Vorteil von Labortests ist, dass die ordnungsgemäße Durchführung des Tests gewährleistet ist.
Wie interpretiere ich die Aufzeichnungen wie Blickverlaufsvideos oder Hotspots?
Moderne Eye-Tracking-Systeme erlauben verschiedene Darstellungsformen der Aufzeichnungen auf Knopfdruck. So kann ein Hotspot, der die Blicke mehrere Benutzer auf einer einzelnen Webseite zeigt, automatisch generiert werden. Die Interpretation und Maßnahmen zur Verbesserung bedarf jedoch erfahrener Eyetracking-Experten.
Was kostet eine Eye-Tracking-Studie?
Grundsätzlich gilt: Expertenevaluationen sind günstiger als Benutzertests. Experten führen die Bewertungen in der Regel mittels Checklisten durch. Einfache Benutzertests (Interview, Lautes Denken, Beobachtung, Logging-Software) unterscheiden sich im Preis je nachdem, ob sie in einem professionellen Labor durchgeführt werden oder ad-hoc am Arbeitsplatz. Eine Eye-Tracking-Studie von Online-Medien mit 12 bis 15 Testpersonen beginnt bei rund 3.000,- EUR. Je nach Untersuchungsziel sind Varianten der Studie möglich.